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04. Dezember 2017

Stress in Schulen: „Schülerinnen und Schüler sind einem Schulalltag ausgesetzt wie Berufstätige“

Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Bauchweh: Jede zweite Schülerin hat oft oder sehr oft Stress. 37 Prozent der Jungen sind laut der im September 2017 veröffentlichten Studie der DAK von Stress betroffen und reagieren körperlich darauf. Der Stress nehme mit den Schuljahren zu, heißt es weiter. „Diese Befunde decken sich mit unseren Erfahrungen aus der Beratungstätigkeit“, heißt es im jetzt veröffentlichten Jahresbericht 2016/2017 der Psychologischen Beratungsstelle für Schule, Jugend und Familie des Kreises Paderborn.

Jahresbericht der Psychologischen Beratungsstelöe 
Das Team der Psychologischen Beratungsstelle – von links nach rechts. Quirin Huber, Cornelia Wiesing, Carsten Schulz, Nils Schütte, Brigitte Eversmann, Sabine Kramm, Martina Gröblinghoff, Kirsten Zünkler, Anette Baur, Sabrina Chodura, Andreas Neuhaus, Susanne Fitzner, Bildnachweis: Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kreis Paderborn, Anna-Sophie Schindler

Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Bauchweh: Jede zweite Schülerin hat oft oder sehr oft Stress. 37 Prozent der Jungen sind laut der im September 2017 veröffentlichten Studie der DAK von Stress betroffen und reagieren körperlich darauf. Der Stress nehme mit den Schuljahren zu, heißt es weiter. „Diese Befunde decken sich mit unseren Erfahrungen aus der der Beratungstätigkeit“, heißt es im jetzt veröffentlichten Jahresbericht 2016/2017 der Psychologischen Beratungsstelle für Schule, Jugend und Familie des Kreises Paderborn. Sorgen bereitet den Schulpsychologen auch die exzessive Nutzung von Smartphones. Selbst nachts blieben die Geräte angeschaltet, der Druck, unmittelbar auf Nachrichten reagieren zu müssen, werde von Schülerinnen und Schülern als Belastung empfunden. Wie man den Schulalltag wirksam entstressen könne, sei deshalb auch ein Schwerpunkt der Fortbildungsangebote für 3.515 Lehrkräfte in 128 Schulen im Kreisgebiet. Insgesamt steige die Anfrage nach schulinternen Fortbildungen, was zeige, „dass sich die Schulen offensiv den Herausforderungen stellen“, so die leitende Schulpsychologin Susanne Fitzner in ihrer Einführung. Bei allen Veränderungen sei die Schule nach wie vor eine nachhaltig die Persönlichkeit eines jungen Menschen prägende Lebenserfahrung.

„Schüler stärken, Schulen unterstützen, Eltern beraten, Krisen bewältigen“ lautet der Titel des Jahresberichts 2016/2017, den die Psychologische Beratungsstelle bereits im Schul- und Sportausschuss vorgestellt hat. Auf 51 Seiten werden Arbeits- und Themenfelder in Form von Diagrammen und Textblöcken dargestellt.

Im Zeitraum August 2016 bis Juli 2017 wurden 535 Erstgespräche mit neuen Klientinnen und Klienten geführt. Wie bereits seit Jahren dominieren Verhaltensprobleme, Störungen bei der Konzentration/Aufmerksamkeit und emotionale Probleme. Weitere Gründe, warum die Beratungsstelle aufgesucht wird, sind vor allem eine gefährdete Schullaufbahn, allgemeine Lernschwierigkeiten sowie Lese-Rechtschreibschwierigkeiten. 0,7 % der neu hinzugekommenen Kinder kommen aus den Kindergärten, 41,7 % aus den Grundschulen. Bei den weiterführenden Schulen haben vor allem Gymnasien (15,1 %), Gesamtschulen (14 %) sowie Realschulen (10,5 %) Unterstützung gesucht. Mit 67,85 Prozent machen die Jungen etwas zwei Drittel der Beratungsfälle aus. Das ist eine Entwicklung, wie sie seit Jahren von der Schulberatungsstelle beobachtet wird.

Im zweiten Teil des Jahresberichts wird die Systemberatung als zweite Säule der schulpsychologischen Beratungsarbeit vorgestellt. Dieser Auftrag der Schulpsychologie diene dazu, die Arbeit in den Schulen zu verbessern und im Einzelfall negative Schulkarrieren und damit möglicherweise ein Abgleiten in gesellschaftliche Randbereiche zu verhindern, heißt es dazu erläuternd im Bericht. Deshalb bietet die Schulberatungsstelle neben schulinternen Fortbildungen, Workshops, Vorträgen und Supervision auch Beratungskonferenzen an. Schulpsychologen, Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter sitzen hier regelmäßig an einem Tisch, um schwierige Unterrichtssituationen und auffälliges Schülerverhalten zu analysieren und Lösungen in Kooperation mit den Eltern zu entwickeln. Elternvorträge in Grundschulen zu den Themen „Grenzen in der Erziehung – wann hört der Spaß auf“, „Auf zu neuen Ufern – Aus Kindergarten-Eltern werden Schulkinder-Eltern“ oder der neue mit großer Resonanz angebotene Vortrag „Abschluss Klasse 4…und dann?“ zählen zum Angebot dazu.

Im Kapitel Themen und Arbeitsfelder geht es auch um die schulische Entwicklung von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungsgeschichte, die den Lehrkräften Sorge bereitet, heißt es im Bericht. Ihre Integration stelle das gesamte Schulsystem vor Herausforderungen. Die Angebote der Schulberatungsstelle würden weder seitens der Schulen noch der Betroffenen so angenommen wie im Vorfeld erwartet wurde. Die Schulpsychologen haben sich das Ziel gesetzt, die Gründe hierfür zu erkunden und „dann zu schauen, wie wir neu Zugewanderte besser erreichen können“, betont Susanne Fitzner. Mehrsprachige und in einfacher Sprache gehaltene Flyer seien ein Weg, um ins Gespräch zu kommen.
Der komplette Jahresbericht 2016-2017 kann hier eingesehen werden.

 
 
 

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