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07. September 2017

Das Wohl der Mitmenschen als Lebensaufgabe: Verdienstmedaille für Mechtilde Elisabeth Liemke

Der Bundespräsident hat Mechtilde Elisabeth Liemke aus Hövelhof für ihr Jahrzehnte langes Engagement in der Pflege die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Landrat Manfred Müller überreichte im Rahmen einer Feierstunde im kleinen Sitzungssaal des Paderborner Kreishauses die Ordensinsignien und richtete gleichzeitig die Glückwünsche des Ministerpräsidenten, der Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter und der Regierungspräsidentin aus.

Landrat Manfred Müller verleiht die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland an Mechtilde Elisabeth Liemke.  
Verdienstmedaille für Mechtilde Elisabeth Liemke Foto: Julian Sprenger, Amt für Presse und Öffentlichkeitsarbeit, Kreis Paderborn

Seit Jahrzehnten pflegt Liemke Angehörige und Familienmitglieder – zunächst den Bruder, dann den Vater und nun ihren Ehemann. Dabei stelle sie ihre eigenen Lebenswünsche hinten an und kümmert sich aufopferungsvoll um ihre Mitmenschen, stellte der Landrat heraus.

„Das ist beachtlich und verdient großen Respekt“, sagte Landrat Müller. Die 70-Jährige hilft, wo Hilfe gebraucht wird. Das Wohl ihrer Mitmenschen und möglichst immer das Beste für deren Gesundheit zu erreichen, sind die Lebensziele der Geehrten.

Müller zitierte in seiner Laudatio die Worte des amerikanischen Schriftstellers William Faulkner „Die Dinge, auf die es im Leben wirklich ankommt, kann man nicht kaufen.“ Hilfsmittel, die einem die Lebenssituation im Krankheitsfall verbessern, könne man erwerben und Pfleger bestellen, sagte Müller. „Wirkliche Zuneigung durch einen Menschen ist unbezahlbar, aber ein unschätzbares Vermögen.“

Bereits in der Jugend half die gebürtige Delbrückerin bei der Pflege ihres zwei Jahre älteren Bruders mit, der mit Einschränkung der Funktion seines Gehirns seit seiner Geburt leben musste. Da die Eltern einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb führten und Liemkes Mutter selbst gesundheitliche Probleme hatte, wurden sie als älteste Tochter in die Betreuung und Pflege des Bruders mit einbezogen. Dies war eine große Unterstützung für die Familie. Im Alter von 25 Jahren verstarb der Bruder.

Auch um ihren Vater kümmerte sich Liemke. Er konnte die Erlebnisse aus dem Zweiten Weltkrieg nur schwer verarbeiten und erkrankte später an Lungenkrebs. Liemke war zur Stelle und hat immer ein Auge auf ihren Vater geworfen und ihn liebevoll umsorgt.

1970 heiratete Liemke ihren Mann Karl-Heinrich. Die beiden zogen nach Hövelhof und bekamen drei Kinder.
Der nächste große Schicksalsschlag folgte 1988: Bei ihrem Ehemann wurde eine nicht heilbare Krankheit diagnostiziert. Die Krankheit war von Beginn an eine große psychische Belastung für alle Familienmitglieder und ganz besonders für die Ehefrau. Der Alltag war und ist geprägt von den Ängsten vor dem Morgen.

Zwischenzeitlich ist die Krankheit fortgeschritten und der Gesundheitszustand des Ehemannes hat sich erheblich verschlechtert, sodass er auf Hilfe in fast allen Lebenssituationen angewiesen ist. Liemke übernahm die Pflege lange nahezu vollständig alleine. Aktuell erhält sie Unterstützung durch einen Pflegdienst oder die zeitweise Unterbringung in einer Tagespflege.

Auf Grund der sehr zeitintensiven und aufopferungsvollen Pflege hat Liemke ihre eignen Bedürfnisse viele Jahre komplett zurückgestellt. Für eines hatte sie aber immer Zeit: Ihre vier Enkelkinder.

Landrat Müller bedankte sich in seiner Laudation bei Liemke. „Diese Auszeichnung soll zeigen, wie vorbildlich, beispielhaft und lobenswert Ihr oft wirklich selbstloses Verhalten ist.“ Seine Laudation schloss er mit den Worten des evangelische Pfarrers Friedrich von Bodelschwingh: „Dank und Liebe sind die großen Mächte der Welt.“

Für die musikalische Umrahmung sorgten mit Violinen die Schülerinnen der Kreis Musikschule Elisabeth Blum und Lea Dubs.

 
 
 

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