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11. September 2017

Wie die Zukunft im Kreis Paderborn aussieht

250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten bei der Zukunftskonferenz #kreispb25

Gruppenfoto Referenten, Publikum im Hintergrund 
Referenten der Zukunftskonferent „kreispb25“ (von links): Uwe Borchers, Marcel Frischkorn (beide Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL gGmbH – ZIG, Bielefeld), Landrat Manfred Müller, Matthias Toups (Zukunftsnetz Mobilität NRW, Paderborn), Prof. Dr. Nikolaus Risch (ehemaliger Präsident der Universität Paderborn), Wilfried Lohre (Netzwerk Kommunale Bildung), Dr. Christoph Berse (Landesweite Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren, Dortmund), Peter Kaiser (Prognos AG). (Foto: Oliver Krato)

Denken, entwickeln, gestalten. Unter diesem Motto sind rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Kreis Paderborn zur Zukunftskonferenz des Kreises Paderborn „#kreispb 25“ ins Berufskolleg Schloß Neuhaus gekommen. Die Gruppe war bunt gemischt: Da waren Schülerinnen und Schüler, Seniorinnen und Senioren, Berufstätige, Vereinsvertreter und Politiker. Gemeinsam überlegten und diskutierten sie, wie Digitalisierung und Globalisierung das Leben im Kreis Paderborn verändern und welche Chancen und Herausforderungen diese mit sich bringen. Im Fokus standen dabei die Themen Heimat 4.0, Gesundheit und Pflege, Integration, Bildung und Mobilität.

In seiner Begrüßung sprach Landrat Manfred Müller die rasante Entwicklung und das hohe Veränderungstempo der derzeitigen Gesellschaft an. Digitalisierung und Globalisierung prägten auch unsere regionale Entwicklung. Die Arbeitslosenquote sei in den vergangenen Jahren gesunken, aber es gebe einen Fachkräftemangel. „Aber Arbeit zu bieten allein, reicht nicht aus“, stellte der Landrat fest. Antworten müssten auch auf die Frage nach der Entwicklung der Dörfer und die Veränderungen der Arbeitswelt durch die Digitalisierung gefunden werden. Bei all den Veränderungen und Neuerungen machte Müller eines deutlich: „Der Mensch ist und bleibt ein Mensch aus Fleisch und Blut und natürlich müssen wir uns auch weiterhin wohlfühlen.“

Dieses Wohlfühlen kommt durch das Gefühl von Heimat zustande, sagte Prof. Dr. Nikolaus Risch, ehemaliger Präsident der Universität Paderborn. Er sah die Heimat als Leitbild im digitalen Wandel und prägte den Begriff Heimat 4.0. Heimat sei ein sehr emotionaler und individueller Begriff, der Verletzlichkeit und Stärke zugleich bedeute. 4.0 bezieht sich dabei nicht nur auf die technische und digitale Seite, sondern meint auch eine Veränderung im sozialen Miteinander – beispielsweise durch die Kommunikation mit Smartphones oder über soziale Netzwerke. Die Digitalisierung sei unabänderlich. Ob man sie möge oder nicht, sie komme in jedem Fall. Deswegen solle man sie gestalten. Mehr noch: Risch ist sicher, dass die Lust an der Digitalisierung zur Notwendigkeit wird. Der digitale Wandel eröffne in OWL die Chance auf Wirtschaftswachstum, auf neue Arbeitsplätze, die Perspektive auf mehr Lebensqualität und auf Nachhaltigkeit. Dabei würden aber auch Grenzen verschwimmen – zwischen lokal und global, zwischen Arbeit und Freizeit, zwischen privat und öffentlich. Risch bringt es auf den Punkt: „Über den Tellerrand schauen wird bei Heimat 4.0 Normalität sein - neue Arbeitswelten ebenfalls.“ Der Schlüssel für eine lebenswerte Heimat seien Bildung, Netzwerken, Vertrauen und ein wertschätzendes Miteinander.

Wirtschaftsgeograf Peter Kaiser von der Prognos AG ordnete die Zukunftsfähigkeit des Kreises Paderborn mit Zahlen aus dem Zukunftsatlas 2016 ein. Alle drei Jahre präsentiert dieser die Zukunftschancen und –risiken aller 402 Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands.

Im Deutschlandvergleich landet der Kreis Paderborn auf Rang 109, in NRW auf Rang 8 und ist somit unter den Top Ten - hinter Düsseldorf, Bonn, Köln, Münster und Gütersloh aber vor Regionen wie Hagen, Dusiburg, Oberhausen, Herne und Gelsenkirchen. Kaiser fasst daher zusammen: „Der Kreis Paderborn hat im NRW-Vergleich gute Voraussetzungen. Deutschlandweit besteht allerdings Aufholbedarf.“

Kaiser betrachtete in seinem Vortrag die Bereiche Demografie, Arbeitsmarkt, Wettbewerbsfähigkeit und Innovation, Wohlstand und Soziale Lage. „Der Kreis Paderborn hat vergleichsweise starke demografische Strukturen“, sagte Kaiser. 16,9 Prozent der Einwohner sind im Alter von 18 bis 29 Jahren. Außerdem wachse der Kreis Paderborn stärker als der Bund und liege damit deutlich über dem NRW-Durchschnitt. In Zahlen bedeutet dies, dass die Bevölkerung im Kreis Paderborn zwischen 2010 und 2015 um 0,86 Prozent gewachsen ist.

Die wirtschaftliche Situation des Kreises ordnet Kaiser als solide ein. Die Arbeitslosenquote sei gering, sinke jedoch langsamer als im Bundesdurchschnitt. Im Mai 2017 lag die Quote im Kreisgebiet bei 5,5 Prozent, im Bundesland Nordrhein-Westfalen bei 7,4 Prozent und bundesweit bei 5,6 Prozent. Von 2014 bis 2017 ist die Arbeitslosenquote bundesweit um 15,2 Prozent gesunken, im Kreis Paderborn um 11,3 Prozent.

Gemessen an seinen Beschäftigten in Forschung und Entwicklung und an den Patenanmeldungen sieht Kaiser ein Innovationspotential im Kreis Paderborn.

Schwächen sieht Kaiser in der verhaltenden Dynamik im Bereich Wirtschaft und Beschäftigung, da das Beschäftigungswachstum mit 5,9 Prozent von 2012 bis 2016 (Deutschland: 7,2 Prozent, NRW: 6,5 Prozent) genauso gering ist wie die Investitionsquote der Industrie mit 6,6 Prozent (Deutschland: 8,4 Prozent, NRW: 7,1).
Herausforderungen sieht Kaiser außerdem in den Bereichen Qualifizierung und Bildung. „Langfristig werden die Hochqualifizierten fehlen, beispielsweise die Handwerksmeister.“

In den Dialog ging es bei der Zukunftskonferenz bei 15 verschiedenen Workshops zu den Themen Heimat 4.0, Gesundheit und Pflege, Integration, Bildung und Mobilität. Experten führten mit Impulsvorträgen in die Themen ein. Danach war querdenken ausdrücklich erwünscht. Dabei ging es im Pflegeroboter, Carsharing, Flüchtlingsarbeit oder die duale Ausbildung im Handwerk.

Mit der Zukunftskonferenz soll die Basis für ein Kreiseinwicklungskonzept 2025 geschaffen werden. In den kommenden Wochen werten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung die Konferenzergebnisse aus und geben sie an die Partner aus den jeweiligen Bereichen weiter. Der Kreis Paderborn hält Interessierte über die Website www.kreispb25.de auf dem Laufenden. Dort sind auch die Konferenzergebnisse zu finden. Ausdrücklich erwünscht ist dort das Mitmachen und Kommentieren, denn der Dialog soll weitergehen. Wer also keine Gelegenheit hatte, an der Konferenz teilzunehmen, kann sich dennoch am Bürgerdialog beteiligen.

Bildergalerie zur Zukunftskonferenz

Fotos: Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kreis Paderborn, Anna-Sophie Schindler

 
 
 

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