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12. Juni 2017

Die Wewelsburg als Modell für sehbehinderte Menschen: Neue barrierefreie Erlebnisstation auf dem Burgvorplatz ermöglicht Ertasten und Erkunden der Geografie und Geschichte der Burg

Ein 80 kg schweres Modell der Wewelsburg aus Bronze ermöglicht Menschen mit Sehbehinderungen und Wahrnehmungsstörungen, die Geografie und Geschichte der Burg zu erfühlen und mit Hilfe der Braille-Schrift zu erkunden. Das auch für Rollstuhlfahrer unterfahrbare Bronzerelief wurde jetzt zum 92. Geburtstag des Kreismuseums Wewelsburg auf dem Burgvorplatz installiert.

Barrierefreie Erlebnistation auf dem Burgvorplatz der Wewelsburg 
Museum bietet Modell für sehbehinderte Menschen an: Landrat Manfred Müller und Museumsleiterin Kirsten John-Stucke freuen sich über die neue barrierefreie Erlebnisstation auf dem Burgvorplatz der Wewelsburg (Foto: Kreismuseum Wewelsburg)

Von dort aus können weitere barrierearme Angebote im Burggarten und in den beiden Museumsabteilungen des Kreismuseums Wewelsburg besucht werden. Die Wewelsburg beherbergt das Historische Museum des Hochstifts Paderborn sowie die Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 – 1945. „Unser Ziel ist es, möglichst viele unserer Museumsinhalte barrierefrei zu gestalten. Wir arbeiten kontinuierlich am Ausbau und an der Optimierung“, erklärt Landrat Manfred Müller. 300 Arbeitsstunden brauchte das Unternehmen „fehlingform Bronzeobjekte“ aus Driedorf im Westerwald, um das Renaissanceschloss mit seiner einzigartigen dreischenkeligen Bauweise, das ehemalige Wachgebäude am Vorplatz, den Burggarten und Verwaltungsanbau in Form zu bringen.

„In Kürze bieten wir Audioguides im Historischen Museum des Hochstifts Paderborn unter anderem in leichter Sprache und für Kinder an“, kündigt Museumsleiterin Kirsten John-Stucke an. Dieser könne zudem bei Führungen von Menschen mit Hörbeeinträchtigungen zur Verstärkung genutzt werden. Geplant ist zudem eine Führung für sehbehinderte Menschen mit Hilfe von Schwellpapier und Nachbildungen von Museumsobjekten im Historischen Museum. Mit Schwellpapier lassen sich beispielsweise Grafiken und Skizzen auch für Blinde zugänglich gestalten. Für die Erinnerungs- und Gedenkstätte 1933 – 1945 wird derzeit eine Broschüre in leichter Sprache erstellt. In beiden Museumsabteilungen werden bereits öffentliche Führungen mit Gebärdendolmetscher angeboten. „Auch die die insgesamt 60 Museums-Klapphocker werden zum Ausruhen und Verweilen von älteren Menschen und Gästen mit Mobilitätseinschränkungen gern genutzt“, bekräftigt John-Stucke.
Barrierefreie Erlebnisstationen wie das Bronzerelief werden zu 80% aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Land Nordrhein-Westfalen gefördert.

Neben dem EFRE-Projekt „Natur und Kultur für Alle“, zu dem das Bronzemodell als einer von mehreren barrierefreien Erlebnisstationen am Sintfeld-Höhenweg zählt, engagiert sich das Kreismuseum Wewelsburg auch am EFRE-Projekt „Leistungsketten für barrierefreies Reisen“ der Teutoburger Wald Tourismus. Ziel ist es, Reisemöglichkeiten für Alle zu schaffen und den Teutoburger Wald als barrierefreie Reiseregion zu profilieren.

Wie an einer Perlenkette reihen sich am Sintfeld-Höhenweg, im südlichen Teil des Kreises Paderborn, Sehenswürdigkeiten und Erlebnisstationen aneinander. Um das reichhaltige Angebot von Natur und Kultur auch Menschen mit Einschränkungen erlebbar machen zu können, haben die Städte Büren, Bad Wünnenberg, Lichtenau, die Biologische Station Kreis Paderborn-Senne e.V., das Kreismuseum Wewelsburg sowie Verbände, kleinere und mittelständische Unternehmen und ehrenamtliche Vereine das Gemeinschaftsprojekt „Natur und Kultur für Alle“ ins Leben gerufen.

Unter Federführung der Stadt Büren erfolgte im Mai 2015 eine Bewerbung um Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, kurz EFRE. Aus 100 Bewerbungen wurde das Gemeinschaftsprojekt „Natur und Kultur für Alle“ als förderwürdig befunden. Konkretes Ziel des Projektes ist es nicht nur, Erlebnisstationen an dem 144 km langen Rundwanderweg Sintfeld-Höhenweg barrierefrei zu gestalten, sondern auch Neues für Menschen mit Einschränkungen zu schaffen. Die Inklusion von Menschen mit Behinderung in die touristische Zielgruppe „Teutoburger Wald“ und „NRW“ steht im Fokus des Gemeinschaftsprojektes. Familien, Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung sowie Tages- und Übernachtungstouristen sollen gleichermaßen von den geplanten Maßnahmen profitieren.

Die Erlebnisstationen werden zu 80% aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Land Nordrhein-Westfalen gefördert.

 
 
 

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