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04. August 2017

„Gefühlt häufig schlechtes Wetter, aber viel zu wenig Regen“

Landrat Manfred Müller kündigt „runden Tisch Wasserversorgung“ an

Verschaffen sich ein Bild über den niedrigen Stand der Aabach-Talsperre: Landrat Manfred Müller, Rainer Gutknecht, (Geschäftsführer des Wasserverbandes Aabach-Talsperre) und Martin Hübner (technischer Dezernent). (Foto: Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kreis Paderborn, Anna-Sophie Schindler) 
Verschaffen sich ein Bild über den niedrigen Stand der Aabach-Talsperre: Landrat Manfred Müller, Rainer Gutknecht, (Geschäftsführer des Wasserverbandes Aabach-Talsperre) und Martin Hübner (technischer Dezernent). (Foto: Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kreis Paderborn, Anna-Sophie Schindler)

Wer in diesen Tagen an der Aabach-Talsperre vorbei fährt, erkennt auf den ersten Blick: Es fehlt an Wasser. Landrat Manfred Müller und der technische Dezernent des Kreises Paderborn, Martin Hübner, machten sich ein Bild vor Ort. Gemeinsam mit Rainer Gutknecht, Geschäftsführer des Wasserverbandes Aabach-Talsperre, diskutierten sie die Ursachen des niedrigen Wasserstandes und mögliche Lösungen. „Houston wir haben ein Problem“, so könnte man es formulieren, erläutert Landrat Manfred Müller. Dem Kreis Paderborn werde sicherlich nicht von heute auf morgen das Wasser ausgehen. „Aber wir müssen uns Gedanken machen, und zwar jetzt“, betont Müller. Wenn es nicht deutlich mehr Niederschlag gebe und vor allem zur richtigen Zeit, seien neue Wasserversorgungsüberlegungen notwendig, weil die Aabachtalsperre ihre Liefermengen reduzieren müsse. Müller kündigte dazu einen „runden Tisch Wasserversorgung“ an.

Die Aabach-Talsperre versorgt mehr als 250.000 Einwohner der Kreise Paderborn, Soest, Gütersloh und Warendorf mit Trinkwasser. Auch der ergiebige Regen des vergangenen Monats hat nicht wirklich viel gebracht. „Auch der Grundwasserspiegel ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gefallen. Bis das Wasser an die Oberfläche gelangt und in Flüssen und Seen sichtbar wird, dauert es“, erläutert Martin Hübner, technischer Dezernent der Paderborner Kreisverwaltung.

„Gefühlt haben wir häufig schlechtes Wetter, aber viel zu wenig Regen“, bringt es Landrat Manfred Müller auf den Punkt. Daran ändere auch der überdurchschnittliche Niederschlag im Juli nichts. Er zeigt auf den Staudamm der Talsperre. Die hellen, vom Wasser ausgewaschenen Steine sind zu sehen. Zehn Meter ragen sie nun aus dem Wasser hinaus.

1983 wurde die Talsperre in Betrieb genommen. Seitdem wurden jährlich im Schnitt neun bis zehn Millionen Kubikmeter Wasser entnommen. Gespeist wird die Aabach-Talsperre hauptsächlich durch den Aabach, die Kleine Aa, den Murmecke und den Haßbach sowie einige weitere kleine Bäche. Aktuell laufen pro Sekunde 37 Liter Wasser in die Talsperre. Normal sind zu dieser Jahreszeit 250 Liter pro Sekunde. „Das ist der fünfniedrigsten Zulaufwert der Aufzeichnungen seit 1953“, erklärt Rainer Gutknecht, Geschäftsführer des Wasserverbandes der Aabachtalsperre.

Gutknecht führt Müller und Hübner zu den Messlatten der Talsperre. Sie stehen am Ufer. Die rote Markierung zeigt das Stauziel von 17,4 Millionen Kubikmeter Wasser. „Bis hierher müsste das Wasser reichen, damit die Talsperre für diese Jahreszeit normal gefüllt wäre - sprich zwischen 13 und 17 Kubikmeter Wasser“, sagt Gutknecht. Aktuell ist die Talsperre mit 8,56 Millionen Kubikmeter Wasser gefüllt.

Das Prinzip jeder Talsperre beruht darauf, dass sie Wasser eines gesamten Talabschnittes staut. Im Winterhalbjahr fallen die meisten Niederschläge in Form von Schnee und Regen, welche dann im Sommer verbraucht werden können.

Beim Blick aus dem Fenster mag man meinen: „Aber es regnet doch ständig!“ Die Statistik beweist das Gegenteil. Es ist zu trocken. Im Jahr 2016 gab es durchschnittlich 754,2 Millimeter an Niederschlag an der Aabach-Talsperre. Das langjährige Mittel liegt bei 910,7 Millimetern. „Wir hatten im vergangenen Jahr also über 20 Prozent weniger Niederschlag“, fasst Gutknecht zusammen. Und auch in den Vorjahren war der Niederschlag unterdurchschnittlich (2015: 836,5 mm; 2014: 836,5 mm; 2013: 836,5 mm; 2012: 864,5 mm; 2011: 741,7 mm).

Dadurch sinkt auch der Wasserstand der Aabach-Talsperre. „In den vergangenen sieben Jahren hatten wir im Schnitt einen Wasserstand von 10 bis 12 Millionen Kubikmeter im Jahr. Davor lagen wir im Schnitt bei 13 bis 14 Millionen Kubikmeter im Jahr“, fasst Gutknecht zusammen.

Auch die Aussage des Deutschen Wetterdienstes, dass der Juli der niederschlagsreichste Julimonat seit Messbeginn 1981 ist, scheint auf den ersten Blick nicht ins Bild zu passen. „Nur zehn Prozent des Sommerregens fließen in die Talsperre. Den Rest benötigen die Pflanzen für ihre Vegetation“, erläutert Gutknecht.

Der Wasserstand der Aabachtalsperre singt kontinuierlich. (© Foto: Kreis Paderborn) 
Der Wasserstand der Aabachtalsperre singt kontinuierlich. (© Foto: Kreis Paderborn)

Der Wasserstand der Aabachtalsperre sinkt unter dem Strich kontinuierlich. Gleichzeitig sind die Entnahmen aus der Talsperre gleich geblieben. “Diese Gleichung kann nicht aufgehen“, betont Müller. Er werde in den kommenden Monaten auf die Kommunen zugehen und Gespräche führen. Eine Kontingentierung des Trinkwassers mit allen Einschränkungen für die Bürgerinnen und Bürger solle vermieden werden. Doch auch die Verbraucher sollten sich überlegen, wo und wie man das kostbare Nass im Alltag einschränken könne. Tropfende Wasserhähne, defekte WC-Spülungen reparieren, zwischendurch beim Einseifen oder Zähneputzen mal den Wasserhahn abdrehen, spart nicht nur Wasser sondern schont auch den Geldbeutel. Auch der Verzicht auf Rasensprengen oder das Autowaschen im Sommer kann viel zum Wassersparen beitragen.



Der Wasserstand der Aabachtalsperre sinkt (© Foto: Kreis Paderborn) 
Der Wasserstand der Aabachtalsperre sinkt (© Foto: Kreis Paderborn)

Dadurch sinkt auch der Wasserstand der Aabach-Talsperre. „In den vergangenen sieben Jahren hatten wir im Schnitt einen Wasserstand von 10 bis 12 Millionen Kubikmeter im Jahr. Davor lagen wir im Schnitt bei 13 bis 14 Millionen Kubikmeter im Jahr“, fasst Gutknecht zusammen.

Auch die Aussage des Deutschen Wetterdienstes, dass der Juli der niederschlagsreichste Julimonat seit Messbeginn 1981 ist, scheint auf den ersten Blick nicht ins Bild zu passen. „Nur zehn Prozent des Sommerregens fließen in die Talsperre. Den Rest benötigen die Pflanzen für ihre Vegetation“, erläutert Gutknecht.

Der Wasserstand der Aabachtalsperre sinkt unter dem Strich kontinuierlich. Gleichzeitig sind die Entnahmen aus der Talsperre gleich geblieben. “Diese Gleichung kann nicht aufgehen“, betont Müller. Er werde in den kommenden Monaten auf die Kommunen zugehen und Gespräche führen. Eine Kontingentierung des Trinkwassers mit allen Einschränkungen für die Bürgerinnen und Bürger solle vermieden werden. Doch auch die Verbraucher sollten sich überlegen, wo und wie man das kostbare Nass im Alltag einschränken könne. Tropfende Wasserhähne, defekte WC-Spülungen reparieren, zwischendurch beim Einseifen oder Zähneputzen mal den Wasserhahn abdrehen, spart nicht nur Wasser sondern schont auch den Geldbeutel. Auch der Verzicht auf Rasensprengen oder das Autowaschen im Sommer kann viel zum Wassersparen beitragen.

Der Kreis Paderborn ist eines von sechs Mitgliedern im Verband der Aabach-Talsperre. Weitere Mitglieder sind der Kreis Soest, das Wasserwerk Lörmecke, die Wasserversorgung Beckum, die Vereinigte Gas- und Wasserversorgung und die Wasserwerke Paderborn.

 
 
 

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