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15. August 2017

Wenn aus dem Kindergartenkind ein Schulkind wird

Schulpsychologe Andreas Neuhaus gibt Tipps für einen guten Start

Schulpsychologe Andreas Neuhaus gibt Tipps für einen gelingenden Übergang vom Kindergarten zur Grundschule  (© Foto: Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kreis Paderborn, Anna-Sophie Schindler) 
Schulpsychologe Andreas Neuhaus gibt Tipps für einen gelingenden Übergang vom Kindergarten zur Grundschule (© Foto: Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kreis Paderborn, Anna-Sophie Schindler)

„Jetzt beginnt der Ernst des Lebens“: Diesen legendären Satz dürften ganze Generationen von Kindern am Tag ihrer Einschulung mit auf den Weg bekommen haben. „Wenn aus einem Kindergartenkind ein Schulkind wird, ändert sich natürlich der Alltag“, sagt dazu der stellvertretende Leiter der Schulpsychologischen Beratungsstelle des Kreises Paderborn, Andreas Neuhaus. Über die Jahre entwickelte sich die Kita zu einem Ort, der fast so vertraut war wie das eigene Zuhause.
Mit der Kindergartenzeit ende ein Lebensabschnitt, dem Eltern häufig wehmütiger entgegenblickten als es die Kinder tun. Frühes Aufstehen, ein strenger geregelter und mitunter langer Schulalltag, Hausaufgaben, neue Bezugspersonen und Klassenkameradinnen und -kameraden seien Veränderungen, an die sich die ganze Familie erst einmal gewöhnen müsse. „Blicken Sie mit ihrem Kind optimistisch in die Zukunft“, rät Neuhaus. Jetzt sei es erst einmal Zeit, Abschied zu nehmen von der Kindergartenzeit. Eltern sollten Freude vermitteln, neugierig machen auf den neuen Lebensabschnitt und die vorhandene Lernmotivation der Kinder unterstützen. „Erzählen Sie Geschichten aus Ihrer eigenen Schulzeit“, rät Neuhaus. Ruhezeiten im Nachmittagsbereich, feste Zeiten, in denen gespielt, gebastelt oder vorgelesen werde, strukturierten den Familienalltag. „Übertragen Sie Ihrem Kind kleinere Aufgaben im Haushalt. So lernt es, Verantwortung für andere zu übernehmen“, betont Neuhaus. Der Weg von der Wohnung zur Schule sollte - ob zu Fuß oder mit dem Bus - vorab eingeübt werden. Wenn Eltern mit ihren Kindern den Weg gemeinsam gehen, sollten besonders die gefährlichen Stellen wie Kreuzungen oder viel befahrene Ein- und Ausfahrten besprochen werden, auch wenn die Kinder später in Geh-Gemeinschaften unterwegs sind.
Rituale wie das gemeinsame Vorlesen oder gemeinsame Mahlzeiten geben dem Schulkind gerade am Anfang Sicherheit und sollten beibehalten werden. Auch im neuen Schulalltag müssten fixe Punkte gesetzt und feste Regeln vereinbart werden. Beispiel: Fernsehen und Computer. „Vereinbaren Sie Zeiten. Im ersten Schuljahr maximal eine halbe Stunde pro Tag“, so Neuhaus.
Und wenn der Anfang holprig sei, müsse niemand sofort nervös werden. „Jedes Kind ist anders. Veränderung braucht Zeit“, betont der Psychologe. „Ein Schulkind wird das Kind im Laufe des ersten Schuljahres. Viele Fähigkeiten, wie längere Zeit still zu sitzen, sich zu konzentrieren oder sich erst zu melden, wenn man an der Reihe ist, entwickeln sich im Laufe der Zeit erst. Eltern sollten diese Fähigkeiten zuhause unterstützen, aber dabei nicht zu verbissen sein.“ Die Schulpflicht bedeute nicht, dass Kinder auf Anhieb zu allem fähig sein müssten, was in der Schule verlangt werde, betont der Schulpsychologe.
Wenn die schulischen Leistungen nicht gleich so ausfallen würden wie erwartet, sollten Eltern gerade am Anfang geduldig bleiben und sich auf das konzentrieren, „was das Kind kann und nicht auf das, was es nicht kann“, betont Neuhaus. „Loben Sie die Anstrengungen Ihres Kindes und setzen Sie realistische Ziele, sonst drohen Überforderungen und Verlust der Lernmotivation.“ Damit der Übergang gelinge, sei eine gut funktionierende Erziehungspartnerschaft zwischen Schule und Elternhaus von Anfang an von großer Bedeutung. Nur im Gespräch und in der Zusammenarbeit könnte auftretende Schwierigkeiten geklärt werden.
Nicht nur die Kinder, auch die Eltern müssten sich mit der Einschulung neu finden. Dazu gehöre auch ein Stück „Loslassen“. Schulkinder hätten einen anderen Status als Kindergartenkinder. „Ich bin ja schon groß“ sei ein typischer Satz, mit dem sie mehr Freiräume einfordern. „Schenken Sie Ihrem Kind Vertrauen. Das stärkt sein Selbstbewusstsein“, bekräftigt Neuhaus.
Die Psychologische Beratungsstelle des Kreises Paderborn steht Eltern und Lehrkräften auch im Übergang vom Kindergarten zur Grundschule zur Seite. Angeboten werden auch Vorträge in Schulen. Aufgezeigt wird darin, wie Eltern diesen neuen Lebensabschnitt ihrer Kinder gut begleiten können und eine erfolgreiche Balance zwischen Anspruch und Gelassenheit in Bezug auf schulische Leistungen gelingen kann.

Hier werden Sie zur Internetseite der Psychologischen Beratungsstelle weitergeleitet.

 
 
 

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